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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Reden

Rede vom 29.06.2011

Antrag FDP Drucksache 15/2149

Zentralabitur gut vorbereiten und bei Fehlern angemessen reagieren – Mögliche Nachteile für Schülerinnen und Schüler bei einer Prüfungswiederholung vermeiden

- es gilt das gesprochene Wort -

Ingrid Pieper-von Heiden (FDP): "Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich höre schon den Zuruf „Machen Sie es kurz!“ Aber die Serie der Pleiten, Pech und Pannen war lang im diesjährigen Zentralabitur. Das muss man leider sagen. Nachdem das Zentralabitur 2009/2010 wirklich sehr geräuschlos und ordentlich über die Bühne gegangen ist und Sie, Frau Löhrmann, seinerzeit für die Fraktion der Grünen und auch andere Bildungspolitiker von den Fraktionen von SPD und Grünen die ersten Pleiten, Pech und Pannen, die es bei der Einführung des Zentralabiturs gegeben hat, schärfstens kritisiert hatten, erwarten wir von Ihnen, dass das so nicht mehr passiert. Es hat eine Neuschreibklausur in Mathematik gegeben, doch selbst in dieser Neuschreibklausur hat es Fehler gegeben, die letztlich von einem Lehrer festgestellt wurden,
die nicht von der eingesetzten Kommission produziert worden sind, sondern in Ihrem Hause. Wir haben die klare Erwartung an Sie, Frau Ministerin, dass das so nicht mehr vorkommt, dass Sie Netz und doppelten Boden einbauen und dass Sie sicherstellen, dass das gut über die Bühne geht.

Wir haben einige Vorschläge und Forderungen, was passieren muss, damit das fehlerfrei funktioniert. Ich habe die Bitte an Sie, der Datensicherheit bei der Übermittlung der Aufgaben beim nächsten Zentralabitur höchste Priorität einzuräumen; bei staatlich verursachten, gravierenden Fehlern muss den Schülern die Möglichkeit des Neuschreibtermins gewährt werden – so weit d’accord –, den Schülern muss, weil es sich um staatliche Fehler handelt, das Ergebnis der Klausur erst einmal bekanntgegeben werden, damit ihnen wirklich keine Nachteile entstehen und sie sich frei entscheiden können, ob sie eine Neuschreibklausur wagen oder es bei der alten Klausur belassen wollen, und den Schülern – das ist auch wichtig – muss eine angemessene Vorbereitungszeit bei durch den Staat verursachten, fehlerhaften Klausuren ermöglicht werden.

Der Ablauf muss folgender sein: Erklärung des Mi-nisteriums, dass eine Klausur fehlerhaft ist, das MSW benennt einen Zeitraum für die Korrektur, die Schüler erhalten das Ergebnis, der Termin wird benannt und stellt mindestens zwei Wochen Vorbereitungszeit sicher. Dem könnten und sollten Sie nachkommen. Das ist umsetzbar, Frau Ministern.

Was haben Sie im Jahr 2008 gesagt? – Ich erlaube mir, Frau Präsidentin, die jetzige Schulministerin zu zitieren:
"Was heißt das denn für die Schülerinnen und Schüler, eine Nachschreibklausur? Es heißt noch einmal Prüfungsdruck, noch einmal pauken und wegen Ihrer viel zu späten Reaktion haben sie für den gesamten Stoff gerade einmal eine gute Woche zur erneuten Vorbereitung."

Das war Ihre Kritik seinerzeit. An der sollten Sie sich messen lassen. Das darf nicht wieder vorkommen. Darum müssen zwei Wochen Vorbereitungszeit gewährt werden. Ich hoffe, das sehen Sie auch so. – Danke."

Vizepräsidentin Carina Gödecke: Vielen Dank, Frau Pieper-von Heiden.


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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