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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Reden

Rede vom 03.02.2011

Antrag CDU 15/1192

Anreiz für weibliche Führungskräfte schaffen: Landespreis "Managerin des Jahres" schaffen

- es gilt das gesprochene Wort -

"Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Auf die Quotendiskussion werde ich jetzt nicht eingehen. Dazu sind die Positionen hinreichend ausgetauscht. Ich denke, Frauen brauchen keine Quote. Frauen werden durch die Quote eher abgewertet, und das ist das Letzte, das ich möchte.
Lassen Sie mich zu Beginn meines Redebeitrags zunächst einen Satz aus der Stellungnahme von Frau Dr. Bankier, Leiterin der Abteilung für Gleichstellung von Frauen und Männern bei der Europäischen Kommission, die wir vor zwei Wochen im Rahmen einer Anhörung in unserem Hause zu Besuch hatten, zitieren - mit Erlaubnis der Präsidentin -: „Ein Mangel an geeigneten weiblichen Vorbildern mag auch manche Frauen davon abhalten, Managementpositionen anzustreben.“

Genau dies war und ist auch immer Auffassung der Liberalen gewesen. Frauen in Führungspositionen müssen in jedweder Hinsicht unterstützt werden, um auch nach außen für andere Frauen, die den Weg in die Führungsetagen gehen möchten, als Vorbilder und Wegbereiterinnen dienen zu können. Dabei setzen wir auf gute Bildung und Ausbildung - das haben wir - und auf die Stärken der Frauen und ihr Selbstbewusstsein. Die Tatsache, dass Frauen heute in der Regel bessere Schul- und Studienabschlüsse machen als Männer, ist ein sicheres Indiz dafür, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis Frauen in den Führungspositionen der Wirtschaft gleichberechtigt vertreten sind. Dass es diese Zeitspanne effektiv zu verkürzen gilt, steht außer Frage.

Mit dem von der CDU vorgeschlagenen Landespreis „Managerin des Jahres“ kann ein wesentlicher Grundstein gelegt werden, erfolgreiche, selbstbewusste Frauen vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen. Damit rücken wir diese erfolgreichen Frauen auch in den Blickpunkt der Männer und können einen Teil mehr dazu beitragen, die männlich dominierten Netzwerke und Strukturen in der Wirtschaft für diese und nachfolgende Frauen ein Stück weit zu öffnen.

Ein anderes Hauptproblem vieler Frauen ist unseres Erachtens die immer noch schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Darin inbegriffen sind auch gesellschaftliche Vorbehalte. In vielen Lebensbereichen ist eine zumindest gedankliche traditionelle Rollenverteilung nach wie vor die Regel. Mit gesetzlichen Regelungen, wie wir sie nur allzu oft in diesem Plenum im Rahmen der vermehrten Beteiligung von Frauen an Führungspositionen diskutiert haben, kommen Sie an gesellschaftliche Vorbehalte wie beispielsweise eine mangelnde Akzeptanz der Fremdbetreuung von Kleinkindern nicht heran. Genauso wenig können Sie junge Frauen gesetzlich dazu zwingen, einen bestimmten Berufsweg in bisher frauenuntypische Bereichen einzuschlagen. Mit der Ehrung und der Hervorhebung guter Vorbilder dagegen kann man an die Menschen herantreten und gesellschaftliche Bilder prägen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn hier die Entwicklung eines Kriterienkatalogs gefordert wird, sollte daher auch darauf geachtet werden, dass bei den zu bestimmenden Kriterien nicht ausschließlich auf den Erfolg der Kandidatinnen in finanzieller Hinsicht gesetzt, sondern neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch angemessen auf das Meistern typischer Frauenprobleme in der Wirtschaft eingegangen wird. Das Land fördert und unterstützt die Vernetzung und den Weg von Frauen in die Führungsetagen in vielfältiger Weise. Zu nennen sind hier als Beispiele neben dem Unternehmerinnenbrief auch die Mentoringprogramme KIM - „Kompetenz im Management“ - oder PePon - „Personal-Potenziale nutzen!“.

Wenn ich dazu noch etwas sagen darf: Schon, als es in der letzten Legislaturperiode in der Verantwortung von Schwarz-Gelb lag, habe ich gesagt, dass wir davon wegkommen müssen - denn das fällt mir über die Jahrzehnte hinweg in der Frauenpolitik des Landes insgesamt auf -, dass besondere Programme für Frauen immer irgendwelche irrwitzigen Abkürzungen haben, die Programme für Männer dagegen nicht.

KIM oder PePon sind Verniedlichungen. Das ist eine weitere Abwertung, von der wir wegkommen müssen. Wir müssen diese Projekte und Programme seriös beschreiben und bezeichnen. Das hat mir selbst unter der eigenen Mitverantwortung in der letzten Legislaturperiode nicht gefallen. Ich habe das auch immer deutlich gesagt. Der von der CDU-Fraktion vorgeschlagene Managerinnentag kann als weiterer Baustein für eine vermehrte Vernetzung der Frauen untereinander dienen. Nur wenn man einander begegnet, kann man sich auch effizient vernetzen.
Die FDP-Landtagsfraktion wird den Antrag der CDU-Fraktion unterstützen, den Entschließungsantrag der Linken nicht. Wir stimmen der Überweisung beider Anträge in den Ausschuss natürlich zu und freuen uns auf die weitere Beratung dort. - Danke."


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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