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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Reden

Rede vom 19.01.2011

Antrag FDP 15/673

Individuelle Förderung

Ingrid Pieper-von Heiden, bildungspolitische Sprecherin:

- es gilt das gesprochene Wort -

"Nach einem halben Jahr haben SPD und Grüne mit der Linken im Schlepptau nur Qualitätsabbau in der Schulpolitik vorzuweisen. Das rotgrüne
Schulrechtsänderungsgesetz ist vor allen Dingen Symbolpolitik. Initiativen, die den Unterricht verbessern, sind Grüne und SPD den Bürgern
weitgehend schuldig geblieben. Gerade hat uns die PISA-Studie wieder bescheinigt: Die individuelle Förderung ist der Schlüssel zum Erfolg. Nur so konnte sich Deutschland im Bereich der schwächeren Schüler verbessern. Und nur so können wir die Spitze stärken.

Die FDP hat die individuelle Förderung schon zu dem schulpolitischen Thema erklärt, als andere daran noch gar nicht gedacht haben. Die allgemeine Erkenntnis ist nur langsam gereift. 2006 haben FDP und CDU mit der Verankerung der individuellen Förderung im Schulgesetz schließlich Neuland betreten. Die Liberalen haben aber immer betont, dass eine flächendeckende Umsetzung an allen Schulen ein langer und steiniger Weg ist.

Seit 2006 bildet auch die Qualitätsanalyse eine wichtige Grundlage, um die Qualität der einzelnen Schulen zu erforschen. Die bisherigen Ergebnisse waren gerade im Bereich der individuellen Förderung noch ernüchternd, aber sie waren nicht überraschend. Die Analyse der Qualitätsprofile zeigt schulformübergreifend, dass besonders im Bereich des Lernens und Lehrens weitere Anstrengungen notwendig sind. Das wird auch durch die Ergebnisse der Unterrichtsbeobachtung bestätigt. Individuelle Förderung und das Unterrichten auf unterschiedlichen Differenzierungsebenen werden zu selten praktiziert. Die Gütesiegelschulen sind zwar ein wichtiger Schritt, aber wirklich hervorragende Ergebnisse werden in der individuellen Förderung flächendeckend leider noch nicht erzielt. Offensichtlich funktioniert die individuelle Förderung in der Praxis erst zögerlich, wir müssen schneller vorankommen.

Es geht ausdrücklich nicht um Lehrerschelte. Der Titel der Qualitätsanalyse sagt es ganz deutlich: Es geht um „Impulse für die Weiterentwicklung von Schulen“. Jedoch können Lehrer in der Praxis nur anwenden, wofür sie aus- oder fortgebildet wurden. Die Schulleitungen haben das offenbar verstanden. Das zeigt sich in der Qualitätsanalyse: über 63 Prozent der Schulen berichten von konkreten Auswirkungen auf die Fortbildungsplanung. Das ist ein gutes Zeichen.
Es gab jedoch lange Zeit keine qualitätsvolle Lehrerfortbildung für individuelle Förderung. In den letzten Jahren sind mit hohen Kosten und großem Einsatz umfassende Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer zur individuellen Förderung entwickelt worden. Ich möchte hier besonders das Landeskompetenzzentrum für individuelle Förderung in Münster nennen. Dort wurden, auch mit Unterstützung des Schulministeriums, inzwischen hervorragende Fortbildungen zur individuellen Förderung entwickelt. Jetzt sind qualitative Fortbildungen für die individuelle Förderung vorhanden, die den Praxistest bestanden haben.

Die FDP fordert daher: Möglichst allen Schulen die Ausbildung von Expertinnen und Experten für die individuelle Förderung zu ermöglichen. Hierbei die Erfahrungen der Gütesiegelschulen miteinzubeziehen. Damit die flächendeckende Umsetzung der individuellen Förderung an allen
Schulen voranzutreiben. SPD und Grüne haben in ihrer Oppositionszeit wiederholt erklärt, dass sie eine intensive Lehrerfortbildung für zwingend notwendig halten.

Auch die FDP hat in den Haushaltsverhandlungen der letzten Jahre aus tiefster Überzeugung mehr Geld für die Lehrerfortbildung gefordert. Wir können nicht sofort alle Lehrer zu Experten für individuelle Förderung machen. Aber wir können schrittweise für alle Schulen Experten für individuelle Förderung fortbilden, die dann auch ihr Kollegium beraten und unterstützen. Wenn SPD und Grüne es mit der intensiven Lehrerfortbildung ernst meinen, wird die FDP sie dabei unterstützen, die Fortbildung für individuelle Förderung zu einem wichtigen Schwerpunkt im Schulhaushalt zu entwickeln."


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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