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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Reden

Rede vom 01.04.2009

Antrag FDP/CDU 14/8924

Aktuelle Stunde: Realschulen durch Einheitsschulpläne in Gefahr

"Die FDP steht zum begabungsgerechten, gegliederten Schulsystem. Und damit steht die FDP auch zu den Realschulen. Sie sind und bleiben ein stabiles Rückgrat des Bildungssystems in Nordrhein-Westfalen. Die Realschulen erzielen seit Jahrzehnten starke Leistungen. Sie zeichnen sich durch einen hohen Abschlusserfolg aus und sind die klassischen Aufsteigerschulen, die Schülern aus den unterschiedlichsten Milieus den Weg zum schulischen Erfolg ebnen. Die Realschulvertreter haben Recht: Für die mittelständische Wirtschaft, aber auch für die Verwaltung, für die kaufmännischen und technischen Berufe ist die Realschule ein zentraler Anker, auf dessen erfolgreich vorbereitende Arbeit Verlass ist. Mit ihrer Mischung aus frühzeitiger Berufsorientierung und fachlich-theoretischer Grundlage bilden die Realschulen ein wichtiges und zentrales Element unseres Schulsystems. FDP und CDU stärken die Realschulen mit einem neuen pädagogischen Konzept.

Wir ermöglichen eine Ausweitung der Profilbildung. Wir verbessern die Anschlussfähigkeit und die Berufsorientierung. Wir stärken die Fremdsprachen und die technischen Fächer und wir unterstützen verstärkt den Übergang zum Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung. Und nicht zuletzt unterlegen wir diese Unterstützung nach Jahrzehnten rot-grüner Vernachlässigung durch den massiven Ausbau der Ganztagsangebote an den Realschulen. FDP und CDU werten die Realschulen auf.

Klar ist jedoch, dass die demographischen Veränderungen auch an den Realschulen nicht spurlos vorübergehen. Dieser Realität müssen sich auch die Realschulvertreter stellen. Diese Entwicklung kann man nicht einfach verdrängen. Deshalb verfängt die Kritik der Realschulvertreter an CDU und FDP nicht. Wir müssen in Nordrhein-Westfalen Konzepte haben, um auf die demographische Entwicklung, gerade auch im ländlichen Raum, reagieren zu können. Und gerade weil die Realschulen eine so hochwertige schulische Ausbildung liefern, will die schwarz-gelbe Koalition diese Qualität langfristig sichern.

Die Realschulvertreter verweisen zu Recht auf die Gefahr der Einheitsschule. Bei dieser Zwangsgemeinschaft, wie sie von Sozialdemokraten und Grünen favorisiert wird, stehen die Verlierer schon heute fest: es sind die Schülerinnen und Schüler. Aber es sind nicht FDP oder CDU die die Qualität der Realschulen in ihrem Bestand bedrohen, sondern es sind
Sozialdemokraten, Grüne und Linke. Die Grünen fabulieren darüber, dass das gegliederte Schulwesen leistungsfeindlich sei. Ausgerechnet SPD und Grüne, deren Kuschelpädagogik gescheitert ist, reden von Leistungsfeindlichkeit. Und die SPD stimmt gleich in die Leier von der Einheitsschule mit ein. Und behauptet wieder einmal, dass der schulische Erfolg homogener Lerngruppen unzutreffend sei. Aber nur weil man etwas permanent wiederholt, wird es nicht richtig.
Denn es gibt keine wissenschaftliche Studie, die empirisch belegt, dass längeres gemeinsames Lernen allen Schülern nützt. Dagegen zeigt eine Vielzahl von Untersuchungen, unter anderem aus der Begabungsforschung, dass das Gegenteil richtig ist. Die Studien zeigen, dass es auf die
Qualität der Bildung ankommt. Und hierzu brauchen wir mehr Differenzierung, nicht weniger.

Und diese setzt die FDP mit ihrem Vorschlag der differenzierten Regionalschule auch um. Wir entwickeln das differenzierte, begabungsgerechte Bildungssystem weiter. Hiervor müssen die
Realschulen keine Angst haben. Demographiefeste und erfolgreich arbeitende Strukturen stellen wir grundsätzlich nicht infrage. Aber die FDP stellt sich den Realitäten vor Ort.

Dort, wo demographische Entwicklungen es notwendig machen, wollen wir erweiterte pädagogische und organisatorische Zusammenschlüsse von Hauptschulen, Realschulen und Gesamtschulen zulassen. Diese Möglichkeit gibt den Kommunen vor Ort in einer schwierigen Situation mehr Gestaltungsfreiheit an die Hand. Die Zusammenschlüsse erfolgen in differenzierten Bildungsgängen und bei Wahrung höchster pädagogischer Qualität. Und ein ganz wichtiger Baustein ist das Prinzip der Freiheit, dass der rot-rot-grünen Zwangsvereinheitlichung diametral entgegensteht: Wir übertragen die Entscheidungsmöglichkeit auf die Träger und vor allem auf die Schulen selbst. Wir erhöhen die Schulautonomie vor Ort und stärken die Entscheidungsfreiheit.

Zusammenfassend können wir feststellen: Die Realschulen sind nicht in Gefahr; FDP und CDU werten die Realschulen durch das neue pädagogische Konzept und den Ganztag auf; Die FDP stellt sich den Realitäten und unterbreitet pädagogisch qualitative Angebote für die Entscheidung vor Ort, wenn die demographische Entwicklung dies notwendig macht."


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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