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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Reden

Rede vom 18.03.2009

Antrag BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 14/8712

Rede zum Thema Schulsport

- es gilt das gesprochene Wort -

Ingrid Pieper-von Heiden (FDP):
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Der Antrag der Grünen ist natürlich zu diesem Zeitpunkt parteipolitisch motiviert.

Uns alle verbindet parteiübergreifend der Wille, den Schulsport wieder deutlich zu stärken. Wir wissen, dass gerade in jungem Alter viele Grundlagen der körperlichen Fitness für das Erwachsenenalter gelegt werden. Auch wissen wir, dass die Begeisterung für die körperliche Betätigung, die frühzeitige Heranführung an den Sport in jungem Alter erfolgen soll. Ansonsten besteht oftmals die Gefahr, dass sich die Freude an physischer und der damit einhergehenden psychischen Fitness mit steigendem Alter nicht mehr einstellt.

Dass die Grünen der Landesregierung Abwiegeln, Abwarten, also letztlich Nichtstun vorwerfen, das ist schon ziemlich dreist. FDP und CDU haben in den vergangenen Jahren den Sport massiv gestärkt.

Ich möchte nur zwei Beispiele nennen: Da sind zum einen die fünf Sportschulen. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr ermutigend, und ich denke, dass wir uns auf einem guten Weg befinden. Zum anderen möchte ich hier die nahezu 7.000 zusätzlichen Lehrerstellen erwähnen,

(Zuruf von Gerd Stüttgen [SPD])

auch die aus Demografiegewinnen. Denn auch diese Stellen kommen selbstverständlich dem Sport der Schulen zugute. Selbstverständlich muss ein Unterricht zunächst einmal stattfinden, damit er den Kindern und Jugendlichen etwas vermitteln kann.

Dass wir den rot-grünen Unterrichtsausfall bereits mehr als halbiert haben, stimmt zuversichtlich. Auch das kommt dem Sport zugute.

(Beifall von Ralf Witzel [FDP])

Wir alle haben gemeinsam im Sportausschuss im Jahr 2003 das Projekt „Tägliche Sportstunde an Grundschulen in NRW“ beschlossen. Das unterstreicht noch einmal, wie konstruktiv und sachorientiert FDP und CDU bereits in der Zeit, als SPD und Grüne die Regierungsverantwortung trugen, mitgearbeitet haben.

Dass die Grünen nun um des politischen Effekts willen ausscheren, finde ich bedauerlich. In den vergangenen Jahren haben wir gemeinsam mit Partnern in dieses Projekt mehrere hunderttausend Euro investiert. Das zeigt, wie wichtig uns dieses Projekt ist.

Es ist sehr erfreulich, dass aus vielen der 25 Pilotschulen positive Rückmeldungen eintreffen. Das hat offenbar auch noch einmal der Besuch des Sportausschusses in der Ludgerusschule in Bocholt unterstrichen, wie ich gehört habe.

Meine Damen und Herren, gerade weil wir uns der Wichtigkeit der Thematik bewusst sind, sollten wir nun mit Besonnenheit reagieren

(Lachen von Ewald Groth [GRÜNE])

und die endgültige Auswertung der Ergebnisse abwarten. Darum bitte ich doch sehr.

Prof. Thiele von der Technischen Universität Dortmund hat bei seinem Bericht deutlich gemacht, dass man zunächst alle wissenschaftlichen Ergebnisse abwarten muss und der Endbericht noch nicht vorliegt.

(Ewald Groth [GRÜNE]: Ganz im Gegenteil!)

Herr Groth! – Ich zitiere mit Erlaubnis der Präsidentin Prof. Thiele, der in diesem Zusammenhang auch festgestellt hat – was die Grünen gerne übersehen, wenn sie fordern, alle Grundschulen umgehend einzuladen, möglichst ab dem nächsten Schuljahr die tägliche Sportstunde einzurichten –: „Eine Einbeziehung aller Grundschulen ist weder realistisch noch sinnvoll.“

Meine Damen und Herren, die Stärkung des Schulsports gerade an den Grundschulen ist der FDP ein wichtiges Anliegen. Hierbei muss es uns vor allem auch um die Qualität der Angebote gehen. Das hat der Besuch in Bocholt noch einmal unterstrichen. Für diese Qualität bedarf es der Ressourcen. Es ist eine Frage der Zeit-, der Personal- und auch der Raumplanung vor Ort. Um diese Qualität zu sichern, sollten wir zunächst abwarten, bis wirklich alle Daten der wissenschaftlichen Begleitung auf dem Tisch liegen, statt jetzt aktionistisch von einem Tag auf den anderen etwas über das Knie zu brechen.

(Ewald Groth [GRÜNE]: Fünf Jahre Projekte!)

– Ja, ja, fünf Jahre! Davor waren Sie noch! – Selbstverständlich sind die Signale der Partner und die bisherigen Erfahrungen mehrheitlich erfreulich. Aber Qualität geht vor parteipolitischen Aktionismus.

(Beifall von Ralf Witzel [FDP])

Wir verschließen uns dem Thema doch überhaupt nicht; wir wollen es ja. Das wissen Sie, Herr Groth. Nur, es zu diesem Zeitpunkt noch einmal einzufordern, just bevor die Auswertung vorliegt, das ist nicht wirklich seriös.

(Beifall von FDP und CDU)


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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