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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Reden

Rede vom 18.12.2008

Gesetzentwurf der Landesregierung Drucksache 14/7961

Rede Gesetz zur Lehrerausbildungsreform

- es gilt das gesprochene Wort -

"Vor der Verantwortung, eine beherzte Reform der Lehrerausbildung umzusetzen, hat sich die jetzige Opposition über viele Jahre gedrückt. Ein paar Monate länger als ursprünglich geplant, hat es bei uns auch gedauert. Aber herausgekommen ist ein richtig gutes Reformwerk, das diesen Namen verdient. Die künftige Lehramtsausbildung gliedert sich in ein dreijähriges Bachelorstudium und ein zweijähriges Masterstudium. Anschließend soll ein 12-monatiger Vorbereitungsdienst folgen. Künftig
wird die Lehrerausbildung nach sechs Jahren mit der Staatsprüfung abgeschlossen. Alle Studiengänge für das Lehramt werden zukünftig die gleich lange Dauer haben. Die Ausbildung erfolgt schulformbezogen, das Studium für alle Lehrämter wird gleichwertig, aber nicht gleichartig.
Besonders freut mich dies für den Grundschulbereich, da dort die wichtigsten Grundlagen für die Zukunft der Kinder gelegt werden. Die Lehrerausbildung trägt diesem Anspruch auf individuelle Förderung an allen Schulformen und Schulstufen Rechnung. Die erweiterte und bessere Praxisausbildung ist ein zentraler Baustein für unser modernes und qualitativ hochwertiges Lehrerausbildungsgesetz.

Ein mindestens 5-monatiges Praxissemester findet im Rahmen des Masterstudiums statt und muss zur Hälfte an den Schulen geleistet werden. Mit einem 20-tägigen Assistenzpraktikum führen wir ein
weiteres Praxiselement in die Ausbildung ein, das idealerweise möglichst frühzeitig vor Antritt des Studiums geleistet werden soll. Das Assistenzpraktikum ermöglicht vielen angehenden Studenten einen frühzeitigen Einblick in die „Lebenswelt Schule“. Und dies aus der Sicht
der Lehrkräfte. Weitere Praxisphasen im Studium bilden ein mindestens einmonatiges Orientierungspraktikum und ein ebenfalls mindestens einmonatiges außerschulisches oder schulisches Berufsfeldpraktikum im Bachelor-
Studium. Diese umfassende Praxisnähe sichert unseren zukünftigen Pädagogen einen frühzeitigen Einblick in die Schulpraxis und kann auf diese Weise tatsächlich ungeeignete Kandidaten frühzeitig von einer eventuell ungeeigneten Berufswahl abhalten. Die merken dann rechtzeitig, ob sie für den Lehrerberuf geeignet sind, oder nicht. Wir wollen die besten Lehrer für unsere Kinder. Da wir bewusst die Praxisphasen sehr stark frühzeitig in den Studienverlauf integrieren,
planen wir mittelfristig einen Vorbereitungsdienst, der 12 Monate dauert.

Das Absenken des Vorbereitungsdienstes wird schrittweise erfolgen und evaluiert, so dass die qualitativen Ergebnisse gesichert werden. Um die
Umstellungen zu erleichtern, wird das Land hierfür Mittel zur Verfügung stellen. Wir brauchen fachlich und didaktisch versierte Lehrkräfte. Daher stärken wir die fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Grundlagen der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer, ebenso wie die Bildungswissenschaften. Nur Lehrkräfte, die in diesen Bereichen über hohe Kompetenzen verfügen, können auch einen anspruchvollen
individualisierten und differenzierten Unterricht gestalten. Zum Beispiel zeigt uns gerade der Bereich der Mathematik gegenwärtig, dass es dort
einer deutlichen Aufwertung der Didaktik bedarf.
Auch wenn die Stärkung der Praxiselemente in der zukünftigen Lehrerausbildung eine herausragende Rolle spielen wird, werten wir die Ausbildung auch an den Universitäten auf. Diese erhalten eigene
Zentren für Lehrerbildung, die im Rahmen der Hochschulfreiheit die unterschiedlichen Kompetenzen bündeln und koordinieren. Zudem
übernehmen sie Steuerungsaufgaben und werden über ein eigenes Budget verfügen. So geben wir der Lehrerausbildung auch im Rahmen der universitären Lehrerausbildung den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Stellenwert, den sie verdient.

Mit der heutigen ersten Lesung des Gesetzes zur Reform der Lehrerausbildung schlagen wir ein neues Kapitel in der Bildungspolitik in NRW auf. Es ist ein großer Tag für die Lehrkräfte, die
Lehramtstudenten, für die Schulen und die Universitäten. Vor allem aber ist es ein großer Tag für unsere Kinder und Jugendlichen. Sie erhalten zukünftig die Lehrkräfte mit der qualitativ besten
Lehrerausbildung, die möglich ist. Gute Schule kann nur mit guten Lehrern gelingen."


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

Weiterbildung