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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Reden

Rede vom 17.04.2008

Antrag SPD 14/6515

Rede zum Thema Kopfnoten

Kopfnoten - ein sinnvolles pädagogisches Instrument

Ingrid Pieper- von Heiden
bildungspolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion NRW

- es gilt das gesprochene Wort -

"Die FDP hält die Vergabe von Kopfnoten für ein überzeugendes und praktikables pädagogisches Mittel, um den Schülern eine Hilfe zur Selbsteinschätzung zur Hand zu geben. Das möchte ich hier noch einmal ausdrücklich unterstreichen.

Damit eines klar ist: die FDP ist vom Sinn der Kopfnoten absolut überzeugt, jedoch liegt uns in der Tat daran, dass das Verfahren der "Kopfnotenvergabe" möglichst rasch vereinfacht wird - im Sinne von mehr Klarheit und Aussagekraft sowie einfacher, unbürokratischer Handhabung.

Aus Sicht der FDP kann die Anzahl der Kopfnoten reduziert werden, ohne dass sich hierdurch ein inhaltlicher Verlust ergäbe. Auch denken wir, dass die Kopfnoten mit einfacheren und nachvollziehbareren Begriffen bezeichnet werden müssen. Einige Bezeichnungen, z.B. das Konfliktverhalten, sind auslegbare Begriffe und können zu Irritationen führen; daher geben wir einer einfacheren und unmissverständlichen Bezeichnung den Vorzug.

Das von der Koalition eingeführte Instrument der Kopfnoten dient als eine Rückmeldung für die Eltern. Wichtiger jedoch, es ist eine Hilfestellung für die Schüler, um ihr eigenes Verhalten, ihr Handeln, die Wirkung ihres Handelns auf die sie umgebenden Menschen einzuschätzen.

Dieser frühzeitige Umgang mit der Selbsteinschätzung wird den Schülern in ihrem späteren Berufsleben eine große Hilfe sein.

Die Gegner des pädagogischen Instruments der Kopfnoten sollten sich aber schon die Frage stellen, warum diese Maßnahme, unabhängig von Zahl und genauer Benennung, eine so positive Resonanz erfährt.

Was bedeuten denn aus Ihrer Sicht die hohen Zustimmungsraten der Eltern und der Lehrerverbände zur Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens, die immer wieder deutlich werden? Handelt es sich aus Ihrer Sicht alles um Personen, die zu keiner objektiven Einschätzung fähig sind? Die NRW-SPD lässt sich mit der Aussage zitieren, die Kopfnotenvergabe sei "ein Rückfall ins 19. Jahrhundert".

Da es aber auch in anderen Bundesländern die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens gibt, stellt sich die Frage, ob eigentlich Ihre Parteigenossen dort wissen, dass sie dem "kraftvollen", gleich zwei Jahrhunderte umfassenden Modernisierungsschub der NRW-SPD leider nicht haben folgen können? Demnach sind wohl nur Sie fähig, einzuschätzen, was für die Kinder zur Gestaltung einer erfolgreichen Zukunft notwendig ist?

Fragen Sie doch einmal zum Beispiel die Arbeitgeber- und Wirtschaftverbände. Hierbei handelt es sich um diejenigen, die den heutigen Schülern eine Ausbildung ermöglichen werden, die den heutigen Schülern eine Arbeitsstelle geben werden, die Ihnen Zukunftschancen bieten.

Wenn wir die Schüler frühzeitig darauf vorbereiten wollen, dass sie die Chancen und Möglichkeiten der Arbeitswelt nutzen können, dann sollten wir doch auch fragen, welche pädagogischen Instrumente nötig sind und unterstützen, dass jedes dieser Kinder individuell diesen Weg erfolgreich gestalten kann.

Die von der FDP geforderte Beschränkung auf weniger, aber sehr aussagekräftige Kopfnoten vereinfachen das Vergabeverfahren. Das ist eine zielgerichtete Schulpolitik, die nicht chaotisch ist, sondern sinnvolle Maßnahmen auf ihre Ausgestaltungsmöglichkeit hin überprüft, gegebenenfalls Verbesserungen durchführt und sicherstellt, dass sowohl die inhaltlichen Ziele einer pädagogischen Maßnahme erreicht werden als auch dem organisatorischen Aufwand in adäquater Form Rechnung getragen wird."


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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