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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Unterrichtsbedingungen an Schulen im Kreis Lippe – Wie sieht die aktuelle Faktenlage aus zur Unterrichtsversorgung, zum Personalbedarf, zum Altersdurchschnitt der Lehrerkollegien und zu den Klassengrö

Kleine Anfrage 1411

Ein immer wiederkehrendes Phänomen auch in den einzelnen Kommunen des Kreises Lippe sind Klagen von Schülern, Eltern und Lehrern über schlechte Unterrichtsbedingungen an den örtlichen Schulen. Angeführt werden beispielsweise eine nicht ausreichende Lehrerversorgung insbesondere bei Fachlehrern, eine zu hohe Schüler/Lehrer-Relation und zu große Klassen sowie der Ausfall von Unterrichtsstunden oder die Erteilung von fachfremdem Unterricht.

Auch angesichts des hohen Altersdurchschnitts vieler Lehrerkollegien und der damit verbundenen beträchtlichen Frühpensionierungsrate aufgrund von steigender Arbeitsbelastung mit häufigen schulischen Änderungen sind solche Befunde wenig verwunderlich. Dringend notwendig ist ein alle Schulformen umfassendes Handlungskonzept, das Qualitätsverbesserungen vorsieht und die zukünftige Unterrichtsversorgung an den Schulen im Kreis Lippe sowie landesweit auf einem hohen Standard absichert, damit struktureller Unterrichtsausfall und fachfremde Unterrichtserteilung möglichst schnell der Vergangenheit angehören. Der Handlungsbedarf ist auch deshalb gegeben, weil nur ein qualitativ hochwertiges und leistungsfähiges Bildungssystem unseren Jugendlichen die in der heutigen Gesellschaft für ihr persönliches wie berufliches Leben geforderten Qualifikationen vermitteln kann.

Der Mangelzustand einer in quantitativer und qualitativer Hinsicht nicht zufriedenstellenden Unterrichtsversorgung verbaut jungen Menschen ihre Zukunftschancen, führt zu einem unnötigen Qualifikationsdefizit und verstärkt die Einschätzung von Arbeitgebern, dass leider vielfach offene Ausbildungsstellen auch deshalb unbesetzt bleiben, da zu viele Schulabgänger selbst den grundlegenden Bildungsanforderungen des Berufsbildungssystems nicht mehr gerecht werden. Vielfach fehlen auch Schulabsolventen im Kreis Lippe die erforderlichen Grundkompetenzen zur erfolgreichen Absolvierung einer Berufsausbildung.Auch der ernstzunehmende und in den kommenden Jahren voraussichtlich noch an Bedeutung gewinnende Fachkräftemangel verstärkt den Druck auf die Politik, für ein leistungsfähiges Bildungssystem zu sorgen und die oben genannten Mangelzustände an Bildungseinrichtungen im Kreis Lippe zu vermeiden bzw. schnellstmöglich zu beseitigen.

Beste Bildung entscheidet über die Lebenschancen jedes einzelnen genauso wie über das Wohlergehen unserer Gesellschaft insgesamt. Sie ist ferner die Voraussetzung für den individuellen sozialen Aufstieg aller Schüler im lippischen Kreisgebiet.

Die individuelle Förderung eines jeden Schülers sollte zukünftig noch stärker zum Leitgedanken der Bildungspolitik werden. Dies setzt eine auskömmliche Ressourcenausstattung an allen Schulen im Kreis Lippe voraus. Auch daher sollte mittelfristig keine Klasse mehr eingerichtet werden, die mehr als 25 Schüler hat. Im Sinne einer transparenten Informationspolitik ist es wichtig, dem Parlament für die weitere Bildungsplanung alle entscheidungsrelevanten Schuldaten zur Verfügung zu stellen und diesem Informationsbedarf auch für den Kreis Lippe und seine einzelnen Kommunen differenziert nachzukommen.

Es wird darum gebeten, jeweils für verwendete Daten den Erhebungsstichtag zur Nachvollziehbarkeit der Aktualität anzugeben. Idealerweise sollten sich die Daten auf das aktuell laufende Schuljahr beziehen; sollten diese noch nicht zu allen Frageteilen ermittelbar sein, werden hilfsweise die Angaben zum jeweils letzten verfügbaren Zeitpunkt der Datenerhebung erbeten. Für letztgenannten Fall wäre es hilfreich, im Rahmen der Antwort mitgeteilt zu bekommen, wann voraussichtlich die ggf. für das aktuelle Schuljahr derzeit noch fehlenden Daten voraussichtlich zur Verfügung stehen werden. Es wird ferner darum gebeten, nachfolgend abgefragte Daten jeweils differenziert für die einzelnen Kommunen des Kreises Lippe und einmal aufsummiert für das gesamte Kreisgebiet anzugeben, um eine möglichst hohe regionale Aussagekraft zu erlangen. Die Schullandschaft in den einzelnen Kommunen des Kreises Lippe weist durchaus Unterschiede auf.

Ich frage daher die Landesregierung:

1. Welches jeweilige Stellen-Soll und Stellen-Ist weisen jeweils differenziert nach den unterschiedlichen Kommunen im Kreis Lippe alle einzelnen Schulen sämtlicher vorhandener Schulformen auf Basis der dem Schulministerium vorliegenden aktuellsten Daten auf?

2. Wie sieht aktuell der jeweilige Altersdurchschnitt der Lehrerkollegien an allen einzelnen Schulen sämtlicher Schulformen differenziert nach den verschiedenen Kommunen im Kreis Lippe aus?

3. Da die Lehrerbedarfe im Kreisgebiet Lippe im wesentlichen der dortigen Schülerzahlenentwicklung folgen und eine kommunale Prognose wahrscheinlich weiterhin nicht zur Verfügung steht: Welche aktuellsten verfügbaren Zahlen liegen der Landesregierung vor zu den landesweit für die nächsten zehn Jahre prognostizierten Abgängen aus dem Schuldienst in Vollzeitlehrerstellen, zum jeweils jährlichen landesweiten Lehrereinstellungsbedarf in Personen für diesen Zeitraum und dem aktuellen Anteil der nach den jeweiligen Kommunen differenzierten Schülerschaft des Kreises Lippe an der des Landes Nordrhein-Westfalen jeweils differenziert nach Lehrämtern bzw. Schulformen?

4. Wie viele Schulklassen jeweils sämtlicher Schulformen differenziert nach den einzelnen Kommunen des Kreises Lippe überschreiten absolut und prozentual die Bandbreite des für die jeweilige Schulform festgelegten Klassenfrequenzrichtwertes zum Zeitpunkt der aktuellsten verfügbaren Datenerhebung?

5. Wie viele Klassen differenziert nach den jeweiligen Kommunen im Kreis Lippe jeweils sämtlicher Schulformen sind absolut und prozentual nach den zuletzt vorliegenden aktuellsten Daten von 30 oder mehr Schülern besucht worden?

Ingrid Pieper-von Heiden


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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