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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Unterrichtsbedingungen an Schulen der Stadt Bielefeld – Wie sieht die aktuelle Faktenlage aus zur Unterrichtsversorgung, zum Personalbedarf, zum Altersdurchschnitt der Lehrerkollegien und zu den Klass

Kleine Anfrage 1409

Ein immer wiederkehrendes Phänomen auch in der Stadt Bielefeld sind Klagen von Schülern, Eltern und Lehrern über schlechte Unterrichtsbedingungen an den örtlichen Schulen. Angeführt werden beispielsweise eine nicht ausreichende Lehrerversorgung insbesondere bei Fachlehrern, eine zu hohe Schüler/Lehrer-Relation und zu große Klassen sowie der Ausfall von Unterrichtsstunden oder die Erteilung von fachfremdem Unterricht. Auch angesichts des hohen Altersdurchschnitts vieler Lehrerkollegien und der damit verbundenen beträchtlichen Frühpensionierungsrate aufgrund von steigender Arbeitsbelastung mit häufigen schulischen Änderungen sind solche Befunde wenig verwunderlich.

Dringend notwendig ist ein alle Schulformen umfassendes Handlungskonzept, das Qualitätsverbesserungen vorsieht und die zukünftige Unterrichtsversorgung an den Schulen der Stadt Bielefeld sowie landesweit auf einem hohen Standard absichert, damit struktureller Unterrichtsausfall und fachfremde Unterrichtserteilung möglichst schnell der Vergangenheit angehören. Der Handlungsbedarf ist auch deshalb gegeben, weil nur ein qualitativ hochwertiges und leistungsfähiges Bildungssystem unseren Jugendlichen die in der heutigen Gesellschaft für ihr persönliches wie berufliches Leben geforderten Qualifikationen vermitteln kann. Der Mangelzustand einer in quantitativer und qualitativer Hinsicht nicht zufriedenstellenden Unterrichtsversorgung verbaut jungen Menschen ihre Zukunftschancen, führt zu einem unnötigen Qualifikationsdefizit und verstärkt die Einschätzung von Arbeitgebern, dass leider vielfach offene Ausbildungsstellen auch deshalb unbesetzt bleiben, da zu viele Schulabgänger selbst den grundlegenden Bildungsanforderungen des Berufsbildungssystems nicht mehr gerecht werden. Vielfach fehlen auch Bielefelder Schulabsolventen die erforderlichen Grundkompetenzen zur erfolgreichen Absolvierung einer Berufsausbildung.

Auch der ernstzunehmende und in den kommenden Jahren voraussichtlich noch an Bedeutung gewinnende Fachkräftemangel verstärkt den Druck auf die Politik, für ein leistungsfähiges Bildungssystem zu sorgen und die oben genannten Mangelzustände an Bielefelder Bildungseinrichtungen zu vermeiden bzw. schnellstmöglich zu beseitigen. Beste Bildung entscheidet über die Lebenschancen jedes einzelnen genauso wie über das Wohlergehen unserer Gesellschaft insgesamt. Sie ist ferner die Voraussetzung für den individuellen sozialen Aufstieg aller Schüler in Bielefeld. Die individuelle Förderung eines jeden Schülers sollte zukünftig noch stärker zum Leitgedanken der Bildungspolitik werden. Dies setzt eine auskömmliche Ressourcenausstattung an allen Bielefelder Schulen voraus. Auch daher sollte mittelfristig keine Klasse mehr eingerichtet werden, die mehr als 25 Schüler hat.

Im Sinne einer transparenten Informationspolitik ist es wichtig, dem Parlament für die weitere Bildungsplanung alle entscheidungsrelevanten Schuldaten zur Verfügung zu stellen und diesem Informationsbedarf auch für die Stadt Bielefeld nachzukommen.

Es wird darum gebeten, jeweils für verwendete Daten den Erhebungsstichtag zur Nachvollziehbarkeit der Aktualität anzugeben. Idealerweise sollten sich die Daten auf das aktuell laufende Schuljahr beziehen; sollten diese noch nicht zu allen Frageteilen ermittelbar sein, werden hilfsweise die Angaben zum jeweils letzten verfügbaren Zeitpunkt der Datenerhebung erbeten. Für letztgenannten Fall wäre es hilfreich, im Rahmen der Antwort mitgeteilt zu bekommen, wann voraussichtlich die ggf. für das aktuelle Schuljahr derzeit noch fehlenden Daten voraussichtlich zur Verfügung stehen werden.

Ich frage daher die Landesregierung:

1. Welches jeweilige Stellen-Soll und Stellen-Ist weisen alle einzelnen Schulen sämtlicher Schulformen in Bielefeld auf Basis der dem Schulministerium vorliegenden aktuellsten Daten auf?

2. Wie sieht aktuell der jeweilige Altersdurchschnitt der Lehrerkollegien an allen einzelnen Schulen sämtlicher Schulformen in der Stadt Bielefeld aus?

3. Da die Bielefelder Lehrerbedarfe im wesentlichen der Schülerzahlenentwicklung in der Stadt Bielefeld folgen und eine kommunale Prognose wahrscheinlich weiterhin nicht zur Verfügung steht: Welche aktuellsten verfügbaren Zahlen liegen der Landesregierung vor zu den landesweit für die nächsten zehn Jahre prognostizierten Abgängen aus dem Schuldienst in Vollzeitlehrerstellen, zum jeweils jährlichen landesweiten Lehrereinstellungsbedarf in Personen für diesen Zeitraum und dem aktuellen Anteil der Bielefelder Schülerschaft an der des Landes Nordrhein-Westfalen jeweils differenziert nach Lehrämtern bzw. Schulformen?

4. Wie viele Schulklassen jeweils sämtlicher Schulformen in der Stadt Bielefeld überschreiten absolut und prozentual die Bandbreite des für die jeweilige Schulform festgelegten Klassenfrequenzrichtwertes zum Zeitpunkt der aktuellsten verfügbaren Datenerhebung?

5. Wie viele Klassen jeweils sämtlicher Schulformen in Bielefeld sind absolut und prozentual nach den zuletzt vorliegenden aktuellsten Daten von 30 oder mehr Schülern besucht worden?

Ingrid Pieper-von Heiden


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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