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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Sicherstellung einer umfassenden Versorgung von Pädagogen mit dem Lehramt für sonderpädagogische Förderung - Welcher zukünftige Personalbedarf und welche zukünftigen Einstellungschancen bestehen bezüg

Kleine Anfrage 884

Im Rahmen der Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen wird die Versorgung mit Fachpersonal, unabhängig vom jeweiligen Förderort, eine zentrale Rolle spielen. Ob Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Förderschulen, an allgemeinen Schulen unterrichtet werden oder ob dieser Unterricht an Schwerpunktschulen erfolgt oder darüber hinausreicht: Für diese Förderung werden eine Vielzahl von sonderpädagogischen Lehrkräften benötigt. Der Erhalt unterschiedlicher Förderorte und die Sicherstellung eines Peergroup-Bezugs sowie eines fachspezifischen Austauschs der Lehrkräfte mit den jeweiligen Förderschwerpunkten bedürfen eines umfassenden Personalangebots.

Im Internetangebot des Ministeriums für Schule und Weiterbildung werden Interessierten „Prognosen zum Lehrerarbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen, Einstellungschancen für Lehr-kräfte bis 2030“ für die einzelnen Schulformen bereitgestellt (Stand 3/2011). Hierunter befindet sich auch das Lehramt für sonderpädagogische Förderung. In der genannten Prognose wird ausgeführt:

„Allerdings bestehen zwischen den sonderpädagogischen Fachrichtungen beträchtliche Un-terschiede im Hinblick auf die Beschäftigungsaussichten. Die Fachrichtungen Hören und Kommunikation sowie Sehen (beides mit geringer quantitativer Bedeutung), vor allem aber Emotionale und soziale Entwicklung (mit großer quantitativer Bedeutung) bieten hervorragende Einstellungschancen, die Fachrichtungen Lernen und Geistige Entwicklung sehr gute (beides mit großer quantitativer Bedeutung). In den Fachrichtungen Sprache sowie Körperliche und motorische Entwicklung (beides mit mittlerer quantitativer Bedeutung) bestehen dagegen nur eingeschränkte Chancen, da hier mit einer ausreichenden Bewerberzahl zu rechnen ist.“ Diese Feststellung überrascht insofern, als dass auch zukünftig ein umfangreiches Angebot an sonderpädagogischen Lehrkräften der unterschiedlichen Förderschwerpunkte benötigt wird und zum Beispiel im auszubauenden Unterricht an allgemeinen Schulen nicht allein die Ausbildung als Sonderpädagoge entscheidend sein kann, sondern ebenso der jeweilige spezifische Förderschwerpunkt des sonderpädagogischen Lehramts im Interesse der Schüler Berücksichtigung finden muss.

Das Ministerium für Schule und Weiterbildung verstärkt an anderer Stelle die bisherigen Ausführungen der Lehrerstellenprognose noch und erklärt: „Sehen sowie Hören und Kommunikation bieten zwar ebenfalls hervorragende Beschäftigungsaussichten, doch haben beide Fachrichtungen nur einen geringen quantitativen Umfang. Die Einstellungschancen für die Fachrichtungen Sprache sowie Körperliche und motorische Entwicklung sind dagegen deutlich schlechter.“

Diese Aussagen verwundern insofern, als dass Rückmeldungen aus Fachverbänden oder Personalversammlungen eher von einer Problematik bei der Besetzung von Stellen für Sonderpädagogen an den nordrhein-westfälischen Schulen berichten.

Darüber hinaus liegen Hinweise vor, dass sowohl an Förderschulen als auch im Gemeinsamen Unterricht, so zum Beispiel an Grundschulen, eine nicht unbeträchtliche Anzahl sonderpädagogischer Stellen durch Lehrkräfte ohne sonderpädagogisches Studium besetzt werden. Dies kann wegen unzureichender fachspezifischer Qualifikation Probleme hervorrufen.

Ich frage daher die Landesregierung:

1. Wie viele Lehrerstellen für Sonderpädagogischen Förderbedarf sind in nordrhein-westfälischen Schulen derzeit nicht besetzt (bitte aufschlüsseln nach Schulformen, Schulstandorten und jeweiligem Förderschwerpunkt)?

2. Wie viele Stellen für sonderpädagogische Förderung sind gegenwärtig an Förderschulen und im Gemeinsamen Unterricht von Pädagogen ohne sonderpädagogisches Studium besetzt (bitte aufschlüsseln nach Schulformen, Schulstandorten und jeweiligem Förderschwerpunkt)?

3. Warum werden die Einstellungschancen zum Beispiel für Sonderpädagogen mit den Förderschwerpunkten Sprache sowie Körperliche und motorische Entwicklung in der genannten Prognose so negativ beurteilt?

4. Welche Maßnahmen will die Landesregierung zukünftig ergreifen, um sowohl an den allgemeinen Schulen als auch an den Förderschulen eine umfassende Lehrerstellenversorgung mit den jeweils benötigten Förderschwerpunkten sicherzustellen?

5. Wie will die Landesregierung zukünftig gewährleisten, dass bei einem weitergehenden Ausbau des Besuchs von Kindern und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Förderbedarf an allgemeinen Schulen dort ein fachlicher Austausch der Sonderpädagogen mit den jeweiligen übereinstimmenden Förderschwerpunkten sichergestellt ist?

Ingrid Pieper-von Heiden


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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