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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Ärztemangel wirksam bekämpfen - hausärztliche Versorgung sicherstellen: Für eine „Medizinische Fakultät OWL“

Ärztemangel wirksam bekämpfen - hausärztliche Versorgung sicherstellen: Für eine „Medizinische Fakultät OWL“

Ärztemangel wirksam bekämpfen - hausärztliche Versorgung sicherstellen: Für eine „Medizinische Fakultät OWL“

I. Der Landtag stellt fest:

Die Gesundheitsversorgung in den ländlichen Regionen Nordrhein-Westfalens wird in Zu-kunft schwieriger werden. Zu diesen Gebieten gehören z. B. Ostwestfalen-Lippe und der Hochsauerlandkreis. So zeigt der gegenwärtige Versorgungsgrad im Bereich der niedergelassenen Ärzte, dass Ostwestfalen-Lippe zu den Regionen gehört, in denen demografische Entwicklungen auf Seiten der Ärzte ohne Gegensteuern zu allererst spürbar werden: in den nächsten Jahren wird voraussichtlich jeder Dritte hausärztlich tätige Arzt das Alter von 65 Jahren überschreiten. Bereits heute sind zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung besondere Anstrengungen notwendig, da nach Informationen der Ärztekammer Westfalen-Lippe zum Beispiel im Regierungsbezirk Detmold sechs von sieben Planungsbereichen für Nachbesetzungen offen stehen.

Im Studienfach Medizin entfaltet der jeweilige Studienstandort eine starke regionale Bindungskraft. Deshalb wird durch den Aufbau einer Medizinischen Fakultät die Aufmerksamkeit von Studienbewerbern und Studierenden auf die Region gelenkt sowie die regionale Bindung und die Niederlassungsbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte in der Region erhöht. Hierdurch wird ein Beitrag zur Behebung des Ärztemangels in der Region geleistet. Zugleich wird eine gleichmäßigere Verteilung universitärer Kapazitäten in Nordrhein-Westfalen und damit ein regional ausgewogener Zugang zur Hochschulmedizin gewährleistet.

Ebenso wird damit ein Beitrag zur ärztlichen Versorgung für ganz Nordrhein-Westfalen geleistet. Derzeit können rund 1.000 Arztstellen in den Kliniken nicht mehr besetzt werden. Zusätzliche Studienplätze schaffen die Voraussetzungen, dem Ärztemangel sowohl in den Kliniken als auch im Bereich der ambulanten Versorgung insbesondere im ländlichen Raum entgegentreten zu können.

Der doppelte Abiturjahrgang erfordert zusätzliche Kapazitäten im Bereich der Hochschulmedizin. Durch den Aufbau einer Medizinischen Fakultät werden mehr Kapazitäten zur Verfügung stehen, die im Hinblick auf den doppelten Abiturjahrgang in Nordrhein-Westfalen spätestens ab dem Jahr 2013 dringend erforderlich sind. In Bielefeld könnten pro Jahr 200 Studienanfängerinnen und Studienanfänger aufgenommen werden.
Der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld, die Landräte und die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem Regierungsbezirk Detmold sowie der Regionalrat bei der Bezirksregierung Detmold haben sich einhellig für eine zügige Realisierung dieses Projekts ausgesprochen.

II. Der Landtag beschließt:

1. Der Landtag spricht sich für den Aufbau einer „Medizinischen Fakultät OWL“ am Universitätsstandort Bielefeld aus. Der Landtag fordert deshalb die Landesregierung auf, das Projekt „Medizinische Fakultät OWL“ zu unterstützen und voranzutreiben.

2. Der Landtag hält auch bei einer schwierigen Haushaltslage an der Umsetzung des Vorhabens fest, da die medizinische Versorgung der Bevölkerung ein hohes Gut ist. Die Landesregierung wird aufgefordert, die Finanzierung sicherzustellen.

3. Der Landtag befürwortet die Neuausrichtung der medizinischen Ausbildung nach dem „Bielefelder Modell“, das einen kurativen Ansatz verfolgt und einen starken Praxisbezug und eine enge Verzahnung mit Kliniken in der Region als Kooperationspartner in der klinischen Ausbildung beinhaltet.

4. Der Landtag fordert die Landesregierung auf, sich in der „Gemeinsamen Wissenschafts-konferenz des Bundes und der Länder“ dafür einzusetzen, das bereits diskutierte Sonder-programm zum temporären Ausbau der Aufnahmekapazitäten in der Humanmedizin in den Jahren 2011 bis 2016 zu beschließen und auf diesem Weg auch die Errichtung einer Medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe zu unterstützen.


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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