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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Schulvielfalt erhalten – Keine Einheitsschule für NRW

Schulvielfalt erhalten – Keine Einheitsschule für NRW

Schulvielfalt erhalten – Keine Einheitsschule für NRW

Die Vielfalt der Schulformen in Nordrhein-Westfalen ermöglicht den Kindern und Jugendlichen
eine leistungsorientierte und den individuellen Bedürfnissen entsprechende bestmögliche
Förderung. Die bisherige Landesregierung hat in den vergangenen Jahren durch zusätzliche
Lehrerstellen, den Ausbau des Ganztags und die kontinuierliche Stärkung der individuellen
Förderung die Chancen- und Leistungsgerechtigkeit des nordrhein-westfälischen
Schulsystems gestärkt. SPD und Grüne hingegen wollen bis 2015 mindestens 30 Prozent
aller weiterführenden Schulen in Nordrhein-Westfalen in Einheitsschulen umwandeln. Die
Schüler sollen einer rein ideologisch motivierten Schulstrukturveränderung ausgesetzt werden,
für deren Erfolg keinerlei wissenschaftliche Belege vorliegen, die von einer Mehrheit der
Eltern abgelehnt wird und alle Kräfte, die zur weiteren qualitativen Verbesserung unserer begabungsgerechten Schulbildung benötigt werden, auf unsinnige Weise bindet.

Die schrittweise Abschaffung der Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen und deren
Umwandlung in Einheitsschulen wird extreme Unruhe in die Schulen tragen, Eltern, Lehrer
und Schüler verunsichern und zu massiven Umstellungskosten in den Kommunen führen.
Gleichzeitig wird die Qualität des nordrhein-westfälischen Schulsystems und des Unterrichts
nachhaltig beschädigt. Lehrerinnen und Lehrern wird es aufgrund einer undifferenzierten Zusammenfassung aller Schüler zukünftig nicht mehr möglich sein, entsprechend des unterschiedlichen Leistungsvermögens alle Schüler den individuellen Bedürfnissen entsprechend
zu unterrichten.

Die schwächsten Schüler werden zu wenig gefördert, die stärksten Schüler zu wenig gefordert werden. Eine leistungsstandsorientierte individuelle Förderung jedes Kindes und jedes Jugendlichen wird in Einheitsschulen zukünftig nicht mehr möglich sein und lediglich zu einer Unterrichtung auf niedrigstem pädagogischen Niveau führen.

Gleichzeitig wird die Abschaffung der Schulvielfalt in Nordrhein-Westfalen und die Absenkung
des Leistungsniveaus zu einer sozialen Spaltung der Gesellschaft führen. Vermögende Eltern werden ihren Kindern verstärkt den Besuch von Privatschulen ermöglichen und der Schulerfolg und der individuelle Erfolg der Schüler wird zukünftig immer stärker von der finanziellen Leistungsfähigkeit der Eltern und nicht vom Leistungsvermögen und der Leistungsbereitschaft des Schülers abhängig sein. Die Einführung von Einheitsschulen wird damit neben der Leistungsgerechtigkeit auch die Chancengerechtigkeit des nordrhein-westfälischen
Schulsystems nachhaltig beschädigen.

Der Landtag stellt daher fest,

1. dass die Einführung von Einheitsschulen dem Willen der nordrhein-westfälischen Eltern
nicht entspricht,

2. dass Einheitsschulen die bestmögliche individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen
zukünftig unmöglich machen werden,

3. dass die Abschaffung der Schulvielfalt katastrophale Auswirkungen auf den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen hätte.

Der Landtag fordert die Landesregierung deshalb auf,

1. die Vielfalt des nordrhein-westfälischen Schulsystems zu erhalten,

2. dem demographischen Wandel pragmatisch zu begegnen und neben den Gymnasien,
Realschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen zukünftig erweiterte Verbundmöglichkeiten in differenzierten Bildungsgängen im Sinne einer Regionalen Mittelschule zu ermöglichen, wenn die Schulträger und die Schulkonferenzen vor Ort dies wünschen,

3. keinen ideologisch motivierten Schulkrieg in Nordrhein-Westfalen auszulösen, der die Kräfte für die weitere qualitative Stärkung des Schulsystems bindet.

Dr. Gerhard Papke
Ralf Witzel
Ingrid Pieper von Heiden

und Fraktion


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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