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Ingrid Pieper-von Heiden

für OWL im Landtag

Aufbau einer medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld für Ostwestfalen-Lippe

Kleine Anfrage 13

Vorbemerkung der Fragesteller:

In den nächsten Jahren wird voraussichtlich jeder Dritte hausärztlich tätige Arzt das Alter von 65 Jahren überschreiten. Besonders in den ländlichen Gebieten Nordrhein-Westfalens, vor allem in Ostwestfalen-Lippe, wird diese Entwicklung zu einem Ärztemangel und damit zu Einbußen in der Lebensqualität, insbesondere für ältere Menschen, führen. Die Ärztekammer Westfalen-Lippe geht davon aus, dass derzeit allein in NRW etwa 1.000 Mediziner fehlen. Infolge der Verkürzung der Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre werden im Jahr 2011 die Länder Bayern und Niedersachsen, im Jahr 2012 Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen, im Jahr 2013 Nordrhein Westfalen und Hessen, sowie im Jahr 2016 Schleswig-Holstein doppelte Abiturjahrgänge haben, was zur Folge hat, dass die Zahl der Studienberechtigten bundesweit gegenüber 2005 in den Jahren 2011 und 2012 um circa 16%, im Jahr 2013 um circa 19% und im Jahr 2014 um circa 14% ansteigen wird. Aufgrund dieser Entwicklung werden Studienbewerber in der Medizin ab 2011 durchschnittlich geringere Chancen auf einen Medizinstudienplatz haben als heute.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken hatte die bisherige Landesregierung zum einen ein 1,5 Millionen Euro starkes Programm zur Bezuschussung einer Praxisgründung beziehungsweise -übernahme im ländlichen Raum aufgelegt. Zum anderen wird derzeit auf Initiative von Nordrhein-Westfalen in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder (GWK) über ein Sonderprogramm zum temporären Ausbau der Aufnahmekapazitäten in der Humanmedizin in den Jahren 2011 bis 2016 diskutiert. Die Mittel aus diesem Programm sollten nach der Vorstellung der bisherigen Landesregierung für den Aufbau einer medizinischen Fakultät an der Universität Bielefeld verwendet werden. Denkbar und wünschenswert ist ein Kooperationsmodell mit renommierten Kliniken der Region wie zum Beispiel den Kliniken im Mühlenkreis, dem Herzzentrum Bad Oeynhausen und dem Klinikum Lippe. In der Region Ostwestfalen-Lippe, insbesondere auch im Regionalrat, herrscht ein großer, regionaler, fraktionsübergreifender Konsens über die Notwendigkeit und Bedeutung einer medizinischen Fakultät.

Wir fragen daher die Landesregierung:

1. Welche Haltung nimmt die Landesregierung in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz des Bundes und der Länder gegenüber einem Sonderprogramm zum temporären Ausbau der Aufnahmekapazitäten in der Humanmedizin in den Jahren 2011 bis 2016 ein?

2. Wie wird die Landesregierung finanzielle Mittel zur Verbesserung der Studienplatzbedingungen in der Humanmedizin verwenden?

3. Welche Planungen hat die Landesregierung im Hinblick auf die Umsetzung eines Aufbaus einer medizinischen Fakultät in Ostwestfalen-Lippe?

4. Was für einen zeitlichen Rahmen plant die Landesregierung hierfür ein?

5. Mit welchen Mitteln will die Landesregierung dem drohenden Hausärztemangel im ländlichen Raum begegnen?


Kai Abruszat
Ingrid Pieper-von Heiden


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Ingrid Pieper-von Heiden


im Plenarsaal des Landtages

Im Gespräch


Ingrid Pieper-von Heiden, Wolfgang Gerhardt

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